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Geschichte der Firma HP

Logo der Firma HP

Die Gründung der Firma Hewlett-Packard in den USA 


1939 gründeten William R. Hewlett (Bill) und David Packard, beide Absolventen der Stanford Universität, im kalifornischen Palo Alto die Firma HP, und zwar mit einem Kapital von 538 US-Dollar. William und David wurden 1934 Freunde und warfen eine Münze um den Firmennamen festzulegen (Hewlett Packard oder Packard Hewlett) – HP steht für Hewlett-Packard.

Das erste Produkt dieses Unternehmens wurde in einer Garage in Palo Alto gebaut. Es war ein Tonoszillator mit der Typenbezeichnung 200 A - ein elektronisches Testinstrument, das von Toningenieuren benutzt wurde. Diese Garage gilt bis heute als Geburtsort des Silicon Valley. Einer der ersten HP Kunden waren die Walt Disney Studios. Sie kauften acht Oszillatoren um ein innovatives Tonsystem für den Film "Fantasia" zu entwickeln und zu testen.
 
1940 zog HP aus der Garage aus, in angemietete Räumlichkeiten in Palo Alto. 1942 hatten sie bereits 8 feste Mitarbeiter und einen Umsatz von $ 522.803 und führten einen für damalige Verhältnisse revolutionären Gesundheitsversicherungsplan für ihre Mitarbeiter ein. 1943 betätigte sich HP im Feld der Mikrowellenforschung und legte damit einen Grundstein für viele folgende Feldstudien. 1947 beschäftigten sie bereits 111 Mitarbeiter und hatten einen Umsatz von über $851.287, Dave wird zum Präsident und Bill der Vice-Präsident. 1951 erfand HP eine neuartiges Frequenzmessgerät, welches bestimmte Frequenzen in kürzester Zeit bestimmen konnte, in diesem Jahr beschäftigte man bereits über 205 Mitarbeiter und 5.5 Millionen US-Dollar um.
Am 6. November 1957 geht HP schließlich an die Börse, eine Aktie kostete damals $ 16.

HP in Deutschland

1959 wurde in Deutschland die erste HP-Produktionsstätte außerhalb der USA eröffnet. Laut einer Anekdote sollen Bill Hewlett anlässlich eines Deutschlandbesuchs die „arbeitsamen Schwaben“ besonders aufgefallen sein. So begannen im Hinterhaus einer Böblinger Strickwarenfabrik 18 Mitarbeiter mit der Produktion nach Plänen der amerikanischen Muttergesellschaft.
 
1961 ziehen bereits mehr als 150 Mitarbeiter in das neue Böblinger Werk um. Heute beschäftigt HP in Deutschland rund 8.500 Mitarbeiter. 1965 werden die ersten fünf Lehrlinge zum Elektromechaniker ausgebildet. Seither wurden rund 2.000 junge Menschen bei HP Deutschland ausgebildet.
 
1966 erscheint die erste Ausgabe der deutschen HP-Mitarbeiterzeitung „puls“ - angelehnt an das erfolgreiche Entwicklungsprogramm für Pulsgeneratoren. Ab 2000 heißt die Mitarbeiterzeitung life@hp und steht in ihrem Intranet zur Verfügung.
 
Als internationaler Vorreiter führt HP 1967 flexible Arbeitszeiten ein. Keine Stechuhren, auch nicht in der Produktion: Das galt damals als revolutionär. 1968 kam der Kardiotokograf zur elektronischen Überwachung von Geburten auf den Markt und wurde auf Anhieb zum Erfolg. Der Prototyp der Böblinger Medizindivision wurde in Zusammenarbeit mit Prof. Konrad Hammacher in Düsseldorf entwickelt.
 
1970 wird die Tischrechnerfertigung 9100 von Loveland nach Böblingen transferiert. 1972 erwirbt HP ein Unternehmen am Standort Waldbronn, welches danach weltweit für die Flüssigkeit- Chromatografie bei HP verantwortlich ist. 1984 feiert die Hewlett-Packard GmbH ihr 25jähriges Bestehen. Der HP-Zusatzversorgungsplan und das HP-Arbeitszeitmodell (Zeitkonten) wurden eingeführt.
 
1984 startet Compaq seine Internationalisierung mit der Europazentrale in München. Diese ist zugleich Sitz der deutschen Hauptverwaltung. 1985 wird das HP Support-Zentrum in Ratingen eröffnet und 1986 kündigt Compaq die erste europäische Produktionsstätte in Erskine, Schottland an.
 
1989 wird die System Management Division in Böblingen gegründet, die einen wichtigen Grundstein für das heutige Software Business bei HP darstellt. Nach wie vor liegt die weltweite Verantwortung für Systemmanagementprodukte bei HP in Böblingen. HP unterstützt zur Betreuung von Mitarbeiterkindern eine Kindertagesstätte in Böblingen, seit 2008 besteht zudem eine Kooperation mit einer Einrichtung in Bad Homburg.

1991 verlegt man die Hauptverwaltung für den Vertrieb von Bad Homburg nach Böblingen. 1995 beginnt die deutsche HP-Organisation, Fertigungs- und Logistikbereiche an Partner auszulagern. 1996 erhalten die CAD-Lösungen der HP GmbH mit Entwicklungszentren in Sindelfingen und Fort Collins einen neuen rahmen: Die COCreate GmbH wird gegründet. Außerdem führt man 1996 Mobile-Office-Konzepte in Deutschland ein: Desk Sharing zuerst in Ratingen, später an weiteren Standorten.
 
1998 eröffnet HP in Herrenberg-Gültstein das europäische Distributions- und Fertigungszentrum für Server und Workstations, das kurze Zeit später zur „HP Solutions Factory“ wird. Sie setzt neue Maßstäbe im Supply Chain Management und für kundenspezifische Lösungen. Als erfolgreiches Geschäftsmodell kommt noch der Partnerpark hinzu, um den Service vor Ort zu optimieren.
1999 erfolgt im Zuge der weltweiten Unternehmensteilung die Abspaltung der Bereiche Messtechnik, Medizin und Analytik mit 2500 Mitarbeitern in Deutschland in die Agilent Technologies GmbH.
 
Am 4. September 2001 wird der Merger von HP und Compaq angekündigt. 2002 geht das neue Unternehmen HP am 3. Mai, nach dem Abschluss der Akquisition von Compaq, an den Start. 2003 werden Zentralbereiche und Geschäftsstellen im Rahmen der Eingliederung von Compaq in Deutschland konsolidiert.
 
Am 1. April 2004 wird die Akquisition des IT-Dienstleisters Triaton GmbH, einer vormaligen Tochtergesellschaft von ThyssenKrupp, abgeschlossen. 2005 feiert HP 40 Jahre Ausbildung in Deutschland. 2009 werden hier 355 Auszubildende und BA-Studierende ausgebildet. Ebenfalls 2005 erweitert HP sein Softwareportfolio für das Management von Rechenzentren, u. a. durch die Übernahme von Peregrine Systems, Opsware Inc. und Mercury Interactive Corp. mithilfe eines Drei-Jahres-Planes.
 
2006 wird das erste Halo Collaboration Studio in Deutschland in Böblingen eingerichtet. Diese Telepresence-Lösung ermöglicht Meetings mit Live-Character und trägt zu einer erheblichen Reduzierung des Reiseaufwands für interne Besprechungen bei. 2008 baut HP diese Infrastruktur deutlich aus. In Deutschland gibt es inzwischen sechs Halo Studios an den Standorten Bad Homburg, Böblingen, München und Ratingen. Am 13. Mai 2008 kündigt HP die Akquisition von EDS (Electronic Data Systems Corporation) an. Auf Konzernebene wird die EDS-Übernahme am 26. August abgeschlossen.

Einige Entwicklungen und weitere historische Fakten von Hewlett-Packard

1964 entwickelte HP eine transportable Atomuhr auf Cäsium-Basis.

1972 brachte HP mit dem Modell HP-35 den ersten wissenschaftlichen Taschenrechner auf den Markt.

Am 5. Januar 1980 gab Hewlett-Packard den Bau seines ersten Personal Computers bekannt.

1984 wurde ein Tintenstrahldrucker für Privatkunden, der HP Thinkjet, eingeführt. Der Drucker basierte auf der thermischen Tintenstrahltechnik und löste Punktmatrixdrucker ab.

1987 brachte der HP Paintjet Farbe ins Büro.
 
1990 wurde der HP Deskjet 500 als Arbeitsplatz- und Massendrucker mit einer Druckgeschwindigkeit von bis zu 3 Seiten/min und einer Grafikauflösung von 300 Punkte/Zoll auf den Markt gebracht.

1995 übernahm HP den US-amerikanischen Hersteller von Vector-Minisupercomputern Convex Computer.

Am 17. März 1997 erfolgte die Übernahme von HP in Dow Jones-Aktienindex an der New York Stock Exchange.

1999 erfolgte die Teilung von HP in zwei unabhängige Unternehmen: Die Bereiche Computer, Imaging und Drucker verlieben bei HP, für die Bereiche Test- und Messtechnik, chemische Analysetechnik, Medizinelektronik und elektronische Bauelemente wurde Agilent Technologies gegründet.
 
2002 fusionierte die Firma mit dem Computerhersteller Compaq, der zuvor DEC und Tandem übernommen hatte, und weitete ihre Bedeutung auf dem Computermarkt deutlich aus. Die Fusion war sehr umstritten und wurde unter anderem vom Sohn des Firmengründers hartnäckig, aber letztlich erfolglos, bekämpft.

2004 erwarb HP Deutschland die Triaton-Gruppe von der ThyssenKrupp AG für 340 Mio. Euro. Traton war bis zu dem Zeitpunkt eines der größten herstellerunabhängigen IT-Systemhäusern in Deutschland und hatte im Vorjahr mit etwa 2200 Mitarbeitern einen Umsatz von etwa 370 Mio. Euro erzielt. Damit baute HP die Marktstellung bei IT-Services weiter aus. Der Übernahme folgten nicht nur Stellenstreichungen bei Triaton selbst, sondern sie war Begründung für weitere Standortschließungen und Stellenstreichungen in Deutschland.
 
2004 erwarb HP den britischen IT-Dienstleister Synstar für 193.3 Mio. Euro. Synstar hat mehr als 1500 Kunden und ist in Europa aktiv. Das Unternehmen bietet Kunden-IT-Dienstleistungen zum Management der IT-Infrastruktur an und betreibt Niederlassungen in Großbritannien, Deutschland, Belgien, Spanien, Luxemburg, Irland und den Niederlanden. Heute heißt das Unternehmen Hewell-Packard CDS und ist auch für den HP-Hardware-Service im sogenannten Fieldservice und On-Site-Service zuständig.

Im Januar 2005 wurde die umstrittene CEO Carly Fiorina mit einer Abfindung in Höhe von 21 Mio. US-Dollar entlassen und durch Mark Hurd ersetzt. Am 5 September 2005 veröffentlichte Newsweek Informationen, denen zufolge die damalige Chairwoman Patricia C. Dunn eine Gruppe von Experten angeheuert hatte, um eigene Mitarbeiter und Journalisten zu bespitzeln (sie wird ein Jahr später entlassen).
 
2006 verlagerte HP im Rahmen des Nearshoring seine Dienstleistungsaktivitäten ungeachtet sprachlicher und interkultureller Herausforderungen in sogenannte Billiglohnländer (zum Beispiel das deutschsprachige Kundendienstzentrum nach Sofia) weltweit verloren im Rahmen weiterer Umstrukturierungsmaßnahmen fast 15.000 Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze.

2008 erwarb HP die Firma EDS für 13,9 Milliarden Dollar. Zusammengenommen hatte die Dienstleistungssparte beider Unternehmen zum Zeitpunkt des Kaufs weltweit 210.000 Mitarbeiter.
 
2010 erwarb HP den Netzwerkspezialisten 3Com für 2,7 Milliarden US-Dollar. Am 12. April 2010 schloss HP die 3Com-Übernahme ab. Am 29. April 2010 erwarb HP den Smartphonehersteller Palm für 1,2 Milliarden US-Dollar. HP kündigte an, zukünftig Smartphones, Tablets und Drucker mit webOS entwickeln zu wollen.
Im August 2010 muss CEO Hurd wegen eines Skandals um Belästigung und Spesenabrechnung das Unternehmen verlassen und wird durch Leo Apotheker ersetzt.
 
Im Februar 2011 kündigte HP die Akquisition des Business-Intelligence-Software-Herstellers Vertica für eine nicht genannte Summe an, mit dem Ziel, im Markt der analytischen Informationssysteme Fuß zu fassen.
Im August 2011 verkündete Hewlett-Packard einen radikalen Strategiewechsel: Die Tablet-PCs sollten eingestellt und das PC-Geschäft verkauft werden. Analog der Strategie von IBM wollte sich der Konzern zukünftig auf Software, Dienstleistungen und Server konzentrieren.
Am 22. September 2011 trennten sich HP und CEO Leo Apotheker mit sofortiger Wirkung. Meg Whitman wurde als Nachfolgerin als CEO und Präsidentin ernannt. Sie nahm die Entscheidung, das PC-Geschäft aufzugeben, zurück.
 
Zum 23. September 2013 scheidet HP aus dem Dow-Jones-Aktienindex an der New York Stock Exchange aus.
 
Im Hier und jetzt ist die Hewlett-Packard Company eine der größten US-amerikanischen Technologiefirmen, registriert in Wilmington, Delaware und mit Firmenzentrale in Palo Alto, Kalifornien. HP ist eines der umsatzstärksten IT-Unternehmen der Welt (120,4 Mrd. US-Dollar 2012) und beschäftigt derzeit rund 331,800 Mitarbeiter. Zu Hewlett-Packard gehören der Computerhersteller Compaq und Palm, ein Hersteller von PDAs und Smartphones. Die deutsche Hauptniederlassung befindet sich in Böblingen, die schweizerische in Dübendorf und die österreichische in Wien.

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